| Polen - Lodsch (Lodz)
Mit rund 850.000 Einwohnern ist Lodz die zweitgrößte Stadt Polens, aber touristisch noch weitgehend unentdeckt. Sehr zu unrecht. Mitte des 19. Jahrhunderts begann der rasante Aufstieg zu einem der bedeutendsten Textilzentren der Welt. Lodz entwickelte sich zum "Manchester des Ostens". In kaum einer anderen europäischen Stadt lässt sich die Geschichte der industriellen Revolution besser ablesen wie in Lodz. Die Stadt entwickelt sich zunehmend zum Dienstleistungszentrum mit einer sehr aktiven Kulturszene. Lodz ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Woiwodschaft im Zentrum Polens.
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Lodsch im Blick Lodz blickt auf eine noch relativ junge Geschichte zurück. Zwar erhielt Lodz bereits im Jahr 1423 die Stadtrechte, blieb aber fast vier Jahrhunderte lang eine kleine Handwerks- und Agrarsiedlung. Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts begann aufgrund der Industrialisierung eine große Migrationsbewegung. Das Bild der Stadt wurde geprägt durch das Zusammenleben vieler Nationen und Kulturen, hauptsächlich Polen, Russen, Juden und Deutsche. Anreise/Verkehr Lodz liegt rund 510 km entfernt von Berlin. Die neue Autobahn A 2, die von Berlin über Frankfurt/Oder nach Warschau führen soll, wird auch an Lodz vorbei führen. Gegenwärtig ist die Strecke noch im Bau, größere Teilstücke sind bereits jetzt vierspurig befahrbar. Lodz befindet sich im Zentrum Polens und ist am bequemsten mit dem Flugzeug zu erreichen. Die Business Airline EAE (European Air Express) bietet seit Ende März Flüge vom Köln/Bonner Flughafen nach Lodz an. Von Montag bis Freitag wird die Stadt einmal täglich angeflogen, auf dem Hinflug mit kurzem Zwischenstopp in Breslau/Wroclaw. Die Maschinen starten in Köln um 11.00 Uhr und erreichen Lodz um 13.45 Uhr. Der Rückflug erfolgt ohne Zwischenlandung und startet vom Lodzer Flughafen um 14.05 Uhr. Ankunft in Köln/Bonn ist um 16.30 Uhr. Bahnreisende nehmen von Berlin aus den Berlin-Warszawa-Express und fahren bis Kutno. Von dort fährt ein Regionalzug weiter bis Lodz-Kaliska. Die Fahrtzeit von Berlin beträgt etwa sechs Stunden. Taxifahrten sind in der Regel preiswert. Unbedingt darauf achten, dass die Tarife von außen gut sichtbar ausgehängt sind. Der Grundpreis tagsüber beträgt zwischen 5 und 6 Zloty, der Kilometerpreis etwa 1,50 bis 2 Zloty. Seriös sind Taxen, die einer Kooperative angehören und auf dem Dach deutlich sichtbar die jeweilige Funknummer führen. Sehenswürdigkeiten Ein Markenzeichen der Lodzer Architektur sind die knapp 160 Residenzen und Prunkbauten, die wohlhabende Textil-Fabrikanten im 19. und 20. Jahrhundert hier errichteten. Gleichzeitig entstanden auch Arbeitersiedlungen, große urbane Komplexe mit Apotheken, Schulen und anderen Einrichtungen. Für Architekturliebhaber, die nach Lodz kommen, ist eine Besichtigung der öffentlich zugänglichen Bauten auf jeden Fall ein “Muss”. An vielen der Anlagen nagt seit langem der Zahn der Zeit, einige aber wurden renoviert und beherbergen nun Museen. Tourismusunternehmen bieten sehr interessante, mehrstündige Führungen mit diesem Themenschwerpunkt an. Besonders sehenswert ist die Residenz von Izrael Poznanski. Der Palast des Textilbarons ist mit prächtigen Möbeln, Musikinstrumenten, Spiegeln und Bildern ausgestattet. Mehrere Räume des Museums wurden zu Ehren Artur Rubinsteins eingerichtet. Sie enthalten Fotos, Auszeichnungen, Kleidungsstücke und andere persönliche Gegenstände des 1887 in Lodz geborenen Pianisten. In einem der Zimmer können Besucher unter einer Glaspyramide den beeindruckenden Abguss seiner Hände bewundern. Zu besichtigen ist auch die Villa des Industriellen Karl Scheibler, in der heute das “Museum für Kinematographie” untergebracht ist. Ganz in der Nähe befindet sich die Lodzer Filmhochschule, zu deren Absolventen der Regisseur und Schauspieler Roman Polanski zählt. In der Stadt kann man die Lodzer Version des amerikanischen “Walk of Fame” bewundern. Auf beiden Seiten des Bürgersteiges wurden sternförmige Bronzeplatten in den Boden eingelassen. Sie tragen die Namen bekannter polnischer Regisseure und Schauspieler, ein Stern für Roman Polanski ist natürlich auch vorhanden. Die Piotrkowska-Straße ist mit über 4 Kilometern Europas längste Handelsstraße und bekannt für ihre unzähligen Cafés, Bars und gemütlichen Restaurants. Sie ist zugleich auch die schönste Straße der Stadt. |
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