Polen - Kattowitz (Katowice)

  In Katowice/Kattowitz leben knapp 350.000 Menschen. Die Stadt liegt im Zentrum des Oberschlesischen Industriegebietes, das traditionell geprägt ist durch Steinkohlebergbau und Hüttenwesen und mehr als zwei Millionen Einwohner in 14 dicht beieinander liegenden Städten zählt. Katowice ist eines der wichtigsten Wirtschafts- und Wissenschaftszentren Polens sowie Verwaltungssitz der Woiwodschaft Schlesien. Die Region hat in den vergangenen Jahren einen enormen strukturellen Wandel erlebt, der auch mit einer enormen Verbesserung der Umweltbedingungen einher ging.
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Kattowitz im Blick

Kattowitz ist Verwaltungs- und Kulturzentrum des oberschlesischen Industriegebietes. Obwohl das Dorf Kattowitz schon im 16. Jahrhundert gegründet wurde, hat es erst im 19. Jahrhundert dank der neuzeitlichen industriellen Entwicklung die Stadtrechte erhalten. Die meisten Sehenswürdigkeiten von Kattowitz stammen aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Vor allem handelt es sich dabei um Industriebetriebe und sakrale Gebäude.

Anreise/Verkehr

  • Katowice befindet sich rund 500 km von Berlin entfernt. Per Auto ist die Stadt von Deutschland über die E 40 zu erreichen. Von den Grenzübergängen Forst oder Görlitz fährt man zunächst noch eine zweispurige Teilstrecke, die übrige Strecke ist weitgehend bereits vierspurig ausgebaut. Ins nahe Krakow kann man über die mautpflichtige Autobahn in knapp einer Stunde fahren.
  • Direktflüge mit der polnischen Flugline LOT gibt es von Düsseldorf und Frankfurt/M. Der polnische Billigflieger Air Polonia bietet eine regelmäßige Verbindung von Katowice nach Köln. Die ungarische Billigfluglinie Wizz Air plant ab Mai 2004 regelmäßig Flüge von Katowice nach Berlin-Schönefeld. Wer von den übrigen deutschen Flughäfen anreist, muss in Warschau umsteigen. Der Flughafen befindet sich im Vorort Przychowice, etwa 30 km nördlich vom Stadtzentrum. Von dort gibt es regelmäßige Busverbindungen nach Katowice sowie in andere oberschlesische Städte.
  • Per Bahn besteht eine tägliche Intercity- und eine Nachtzugverbindung zwischen Berlin und Katowice. Der Hauptbahnhof befindet sich im Zentrum.
  • Im Zentrum ist das Parken für Pkw werktags gebührenpflichtig. Innerhalb der Stadt kann man sich gut mit Bussen und Straßenbahnen bewegen, in andere oberschlesische Städte gibt es gute Verbindungen per Bahn. Taxifahrten sind in der Regel preiswert. Da es keine vorgeschriebenen Tarife gibt, Vorsicht vor schwarzen Schafen, die vor allem an touristisch interessanten Plätzen auf Gäste warten. Unbedingt darauf achten, dass die Tarife von außen gut sichtbar ausgehängt sind. Der Grundpreis tagsüber beträgt zwischen 5 und 6 Zloty, der Kilometerpreis etwa 1,50 bis 2 Zloty. Seriös sind Taxen, die einer Kooperative angehören und auf dem Dach deutlich sichtbar die jeweilige Funknummer ( z.B. 96-27) führen.

Sehenswürdigkeiten

  • In Kattowitz gibt es zwei Dinge in Hülle und Fülle: Kirchen und Museen. Die Kirche der unbefleckten Empfängnis ist eine katholische Kirche, die zwischen 1862 und 1870 erbaut wurde. Sie ist die erste und einzige erhalten gebliebene katholische Kirche im sonst eher evangelischen Kattowitz. Eine weitere Kirche ist die aus Holz gebaute Kirche im Kosciuszki-Park, auch Erzengel St. Michael Kirche genannt. Diese Kirche ist aus dem Jahre 1510. Eine Besonderheit ist zum einen der außergewöhnliche Korpus der Holzkanzel, zum anderen der Glockenturm, der 1938 aus dem Dorf Syrynia überführt wurde.
  • Neben modernen Wohn- und Geschäftsgebäuden gibt es im Zentrum von Katowice einige Straßenzüge im neogothischen Stil aus dem 19. Jahrhundert. Sehenswert sind die Gebäude des Wyspanskiego-Theaters und des Schlesischen Museums. Das Museum zeigt eine bedeutende Sammlung polnischer Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Die im Volksmund “Untertasse” genannte Sporthalle fasst 11000 Zuschauer und wird für Messen und große Konzerte genützt. Die “amerikanischste aller polnischen Städte” wurde Katowice/Kattowitz einmal genannt. Hier entstanden einige der ersten Wolkenkratzer in Europa. Berühmte deutsche und polnische Architekten prägen bis heute das Stadtbild.
  • Kattowitz hat auch einen großen jüdischen Friedhof - mit einem der ältesten Gräberfelder der Stadt.
  • Eine weitere Sehenswürdigkeit in Kattowitz ist die Bergmannssiedlung ”Giszowiec”, eine zwischen 1908 und 1915 errichtete Musterarbeitersiedlung. Die auf Anregung von Anthon Uthemann entstandene Siedlung ist noch heute ein Unikum im europäischen Maßstab.
  • Ebenfalls sehenswert ist der Stadtpalast am Wolnosci Platz. Die aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammende, neorenaissance Luxusresidenz ist der Wohnsitz der Familie Goldstein, Inhaber des ortsansässigen Sägewerks. Das von Warschau für Oberschlesien gestiftete, 1967 errichtete Denkmal der Schlesischen Aufständischen gilt als das heimliche Wahrzeichen der Stadt. Es ist ein Symbol für die drei schlesischen Aufstände.