Polen - Breslau (Wroclaw)

Wroclaw/Breslau zählt zu den dynamischsten Städten in Polen. Altes wird hier sorgsam gepflegt, das Neue phantasievoll gestaltet. Dass hier der europäische Geist besonders ausgeprägt ist, dürfte auf die wechselhafte 1000jährige Geschichte der niederschlesischen Metropole zurückzuführen sein. Beim legendären Oder-Hochwasser 1997 haben die Bürger mit einer enormen Anstrengung ihre Altstadt vor den Fluten geschützt. Ein Erlebnis, das nicht ohne Folgen blieb. Denn seitdem, so scheint es, stellt man sich noch entschlossener den Herausforderungen der Zukunft. Wroclaw blüht seitdem richtig auf. Die Stadt zählt etwa 640.000 Einwohner.
Ausflug in/um Breslau Museen und Galerien Veranstaltungen

 

 

Buchhinweise

Breslau und Umgebung
von Izabella Gawin, Dieter Schulze

>>> Bestellen

Vorschläge für Ausflugsfahrten in die nähere Umgebung von Breslau runden den Reiseteil ab, an den sich Reiseinformationen von A–Z mit vielen wertvollen Tips für geprüfte Unterkünfte und Restaurants sowie ein kleiner Sprachführer anschließen. Zentraler Bestandteil des Reiseführers sind zudem eine Umgebungskarte und ein Stadtplan.

Breslau entdecken
von Klaus Klöppel

>>> Bestellen

Dieser Reiseführer lädt dazu ein, Vergangenheit und Gegenwart Breslaus zu entdecken. Zusätzliche Kapitel beschreiben die landschaftlichen Schönheiten der Umgebung, umfangreiche reisepraktische Hinweise komplettieren die Darstellung.

 

.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
 

Breslau im Blick

Wroclaw ist die viertgrößte Stadt Polens. Die historische Hauptstadt Niederschlesiens besitzt ein anregendes Großstadt-Flair. Hinter einer lebhaften Kulisse verbirgt sich eine außerordentliche Geschichte des Neubeginns nach fast völliger Zerstörung. Seine besondere Atmosphäre verdankt Wroclaw der Tatsache, daß hier die Seelen zweier Städte lebendig sind. Die eine Stadt, die schon seit langem existiert, ist zwar slawischen Ursprungs, war aber jahrhundertelang in deutscher Hand und ist als Breslau bekannt; die andere ist Lwow heute die Hauptstadt der polnischen Ukraine, die 1939 von den Sowjet annektiert und nach 1945 von ihnen einbehalten wurde. Nach dem Krieg bestärkte man die aus Lwow vertriebene polnische Bevölkerung, sich statt dessen im stark entvölkerten Breslau niederzulassen, das die Deutschen verlassen mußten.

Anreise/Verkehr

  • Wroclaw befindet sich rund 330 km von Berlin entfernt. Ähnlich weit ist es nach Warschau. Per Auto ist die Stadt von Deutschland über die E 40 zu erreichen. Von den Grenzübergängen Forst oder Görlitz fährt man zunächst noch eine zweispurige Teilstrecke, die übrige Strecke ist weitgehend bereits vierspurig ausgebaut.
  • Direktflüge mit der polnischen Flugline LOT gibt es von München und Frankfurt/M. Von Köln fliegt die deutsche Fluggesellschaft European Air Express mehrmals wöchentlich nach Wroclaw. Wer von den übrigen deutschen Flughäfen anreist, muss in Warschau umsteigen. Der Flughafen befindet sich im Vorort Strachowice. Von dort gibt es regelmäßige Busverbindungen ins Zentrum und zum Hauptbahnhof (Bus Nr. 406)
  • Per Bahn besteht eine tägliche Intercity- und eine Nachtzugverbindung zwischen Berlin und Wroclaw. Außerdem gibt es eine tägliche Interregio-Verbindung zwischen Dresden und Wroclaw. Der Hauptbahnhof befindet sich unweit der Altstadt.
  • In der Altstadt und den angrenzenden Gebieten ist das Parken für Pkw werktags gebührenpflichtig. Die Altstadt ist gut zu Fuß zu erschließen. Für weitere Wege gibt es ein gutes Netz an Straßenbahnen und Bussen. Der Preis für eine einfache Fahrt kostet 2 Zloty, ein Tagesticket 6,80 Zloty und eine 10-Tage-Karte 26 Zloty. Erhältlich an Automaten und in Kiosken.
  • Taxifahrten sind in der Regel preiswert. Da es keine vorgeschriebenen Tarife gibt, Vorsicht vor schwarzen Schafen, die vor allem an touristisch interessanten Plätzen auf Gäste warten. Unbedingt darauf achten, dass die Tarife von außen gut sichtbar ausgehängt sind. Der Grundpreis tagsüber beträgt zwischen 5 und 6 Zloty, der Kilometerpreis etwa 1,50 bis 2 Zloty. Seriös sind Taxen, die einer Kooperative angehören und auf dem Dach deutlich sichtbar die jeweilige Funknummer ( z.B. 96-61 oder 96-64) führen.

Sehenswürdigkeiten von Breslau

Das Zentrum von Wroclaw ist schachbrettartig angelegt. Es wird im Norden von der Oder und im Süden, Osten und Westen von der bogenförmigen ul. Podwale begrenzt, die den früheren Befestigungen folgt. Der Graben dieser Befestigungsanlage ist heute von einem schattigen Park umgeben und weitgehend erhalten. Geschäfte und Unterhaltungsmöglichkeiten konzentrieren sich vor allem auf den südlichen Teil des Zentrums und auf die Straßen, die in südliche Richtung zum Bahnhof führen. Gleich an die Oder am Nordrand des Zentrums grenzt das Universitätsviertel. Dahinter reihen sich mehrere verkehrsfreie kleine Inseln aneinander, frühere Sandbänke, die durch Brücken untereinander und mit dem Festland verbunden sind. Der Südteil der größeren Ostrow Tumski (Dominsel) weiter im Osten ist das geistliche Zentrum der Stadt mit einem halben Dutzend Kirchen und einer ganz eigenen Atmosphäre. Weiter im Norden schließt sich ein Gebiet mit Mietshäusern aus dem 19. Jahrhundert an. Die schönste Parkanlage der Stadt liegt hinter der Ostseite der Insel.

Am Ende des 2. Weltkrieges war Wroclaw zu drei Vierteln zerstört. Heute erstrahlt das Stadtzentrum im neuem Glanz. Bedeutendstes Baudenkmal ist das gotische Rathaus am Rynek. Es wurde im 13. Jh. begonnen und bis zum 16. Jh. immer wieder um- und ausgebaut. Die Ostfassade schmücken zahlreiche Ornamente sowie eine astronomische Uhr aus dem Jahr 1580.

An der Südseite des Rathauses findet sich der Eingang zur Piwnica Swidnicka, dem Schweidnitzer Bierkeller. Seit dem 15. Jahrhundert fließt dort der Gerstensaft. Im Jahr 2003 wurde das Restaurant nach umfassender Sanierung wieder eröffnet. Das Städtische Museum im Rathaus organisiert große Kunstausstellungen. Schönster Saal ist der Remter im 1. Stock des Gebäudes.

Den alten Markt und den benachbarten Salzmarkt, Plac Solny, umgeben schöne Bürgerhäuser, die im gotischen und barocken Stil wieder aufgebaut wurden. Das prächtige Greifen-Haus beherbergt in seinem riesigen Kellergewölbe ein bekanntes Restaurant.

Vom Turm der gotischen Elisabeth-Kirche bietet sich ein phantastischer Blick auf die Altstadt. Sehenswert im Inneren sind die zahlreichen Epitaphen der begütertsten Breslauer Familien. Die Maria-Magdalena-Kirche am Markt stammt aus dem 14. Jahrhundert, das wertvolle romanische Portal ist noch 200 Jahre älter.

Die Dominsel, Ostrów Tumski, gilt als ältester Teil der Stadt. Spuren einer ehemaligen Fürstenburg stammen aus dem 9. und 10. Jahrhundert. Heute finden sich dort mehrere sehenswerte Sakralbauten. Der zweitürmige Johannesdom entstand zwischen dem 13. und 14. Jh., die St. Ägidienkirche und die Kirche St. Martin reichen bis ins 12. Jh. zurück. Seit im 19. Jahrhundert ein Nebenarm der Oder zugeschüttet wurde, ist die Bezeichnung Dominsel nur noch historisch. Bis heute ist das Viertel eine Oase der Stille. Jeden Abend dreht hier der Laternenanzünder noch seine Runde. Vor der Dominsel starten Ausflugsschiffe und kleine Gondeln zu Rundfahrten auf der Oder.

Die benachbarte Sandinsel, Wyspa Piaskowa, wird nach wie vor von der Oder umflossen. Die dortige Kirche St. Maria auf dem Sande entstand im 14. Jahrhundert und besitzt einige wertvolle gotische Altare.

Die belebte ul. Swidnicka/ Schweidnitzer Straße, größtenteils als Fußgängerzone gestaltet, ist die wichtigste Einkaufsstraße. Neben mehreren Kaufhäusern finden sich hier auch zahlreiche Restaurants und Cafés, ein Theater und das von Carl Gotthard Langhans im klassizistischen Stil entworfene Opernhaus. Aula Leopoldina - Breslau

Am Ufer der Oder liegt das frisch sanierte Hauptgebäude der 300 Jahre alten Universität. Die kunstvoll ausgemalte Leopoldina-Aula, einer der wertvollsten Barockräume Polens, kann besichtigt werden. In direkter Nähe befindet sich das ebenfalls frisch sanierte Ossolineum, in dem wertvolle Bücher und Handschriften aufbewahrt werden. Hala Ludowa

Architekturinteressierte finden in Wroclaw einige bedeutende Bauwerke der klassischen Moderne. Im frühen 20. Jahrhundert wirkten hier bedeutende Baumeister wie Max Berg, Erich Mendelsohn, Hans Poelzig und Hans Scharoun. Wichtigstes Bauwerk aus dieser Epoche ist die 1913 fertig gestellte Jahrhunderthalle, heute Hala Ludowa, am Rande des Scheitniger Parks. Die Kuppel mit 65 Metern Durchmesser war damals das größte frei tragende Bauwerk. In dem gewaltigen Rundbau würde der Petersdom dreimal Platz finden. Unweit davon befindet sich das heute als Hotel genutzte Ledigenheim, ein Frühwerk von Hans Scharoun. Sehenswert ist auch das von Erich Mendelsohn entworfene ehemalige Kaufhaus Petersdorff an der ul. Szczewska in der Nähe des Ryneks.

Auf dem alten Jüdischen Friedhof in der ul. Slezna 37 kann man die Grabstätten von bekannten Wissenschaftlern oder Kaufleuten finden. Auch der Gründer der Sozialdemokratie, Ferdinand Lassalle, und die „schlesische Nachtigall" Friedericke Kemper fand dort ihre letzte Ruhestätte. Die von Carl Ferdinand Langhans errichtete Synagoge „Unter dem Weißen Storch" hat den Krieg und die Nachkriegszeit nur mit schweren Schäden überstanden. Nach der Grundinstandsetzung bildet das klassizistische Bauwerk an der ul. Wlodkowica wieder das Zentrum des Jüdischen Lebens in der Stadt. Park in Breslau

An den Ufern der Oder und in vielen Breslauer Parks findet man seine Ruhe. Schönste Grünanlage ist der nach Entwürfen von Peter Joseph Lenné angelegte Park Szczytnicki/ Scheitniger Park. Am Rande lädt der Japanische Garten „Hakkoen" zur vollkommenen Entspannung ein. Der nahe gelegene Zoologische Garten wurde bereits im Jahre 1865 gegründet und gilt als älteste und größte Einrichtung dieser Art in Polen.